Krebshilfe

Was hat Krebs mit Plastik zu tun?

Was hat Krebs mit Plastik zu tun? 640 480 Mascha Kuchejda

Die wichtigste Statistik des Jahres

Heute ist ein wichtiger Tag.  Wichtiger als der gestrige Valentinstag, an dem wir unseren Liebsten mit einem gekauften Geschenk etwas Gutes zu tun glauben. Heute ist der 13. Kinderkrebstag.

Zurzeit leben in Deutschland mehr als 37.000 Menschen, die im Kindesalter eine Krebsdiagnose erhalten haben. Jedes Jahr erkranken rund 2.000 Kinder und Jugendliche neu an Krebs. Europaweit sind es 15.000, weltweit mehr als 250.000. Von einem Tag auf den anderen ändert sich für die kleinen und jungen Patienten sowie deren Familien alles: Es bleibt kein Raum mehr für Unbekümmertheit, denn der Alltag wird von der Krankheit bestimmt. Untersuchungen, Therapien und Ängste beherrschen das Leben der Kinder und ihrer Familien. In dieser schweren Zeit brauchen die Betroffenen und ihre Angehörigen Hilfe und Solidarität. Die deutsche KinderKrebshilfe wurde 1996 gegründet und steht seither Betroffenen und Angehörigen mit Rat und Tat zur Seite. Die Organisation unterstützt die Forschung im Bereich der Kinderonkologie (Quelle: Deutsche KinderKrebsHilfe).

Frühe Diagnose rettet Leben

Bei Betroffenen unter 15  sind Krebserkrankungen besonders bösartig. Aber: Bei früher Diagnose und Behandlung liegen die Überlebenschancen bei über 70 Prozent.  Auch wenn sich in den letzten 30 Jahren die Überlebenschancen deutlich verbessert haben, gibt es viele erkrankte Kinder in Schwellen- und Entwicklungsländern, denen nicht die gleiche medizinische Versorgung zur Verfügung steht wie Kindern in Industrienationen. Auch an sie soll der Welt-Kinderkrebstag erinnern. Im Jahr 2002 wurde er von der Internationalen Vereinigung der Eltern krebskranker Kinder (ICCCPO) ins Leben gerufen und findet jährlich am 15. Februar statt. Ziel des Tages ist es mit der gewonnenen Aufmerksamkeit die Heilungsrate von krebskranken Kindern weltweit zu verbessern.

Spenden an die Deutsche Kinderkrebshilfe können Sie hier.

Plastik ist Feind und Freund zugleich

Medizinische Behandlungen sind heute ohne Plastik nicht mehr denkbar. Der Werkstoff rettet Leben und hat vor allem im Bereich der Implantologie zu bahnbrechenden Neuerungen geführt: Kunststoffe sind flexibel, leicht und lassen sich an die jeweiligen Bedürfnisse der Patienten anpassen. Kunststoffe machen bestimmte Behandlungen in der Krebstherapie auch überhaupt erst möglich. Ein Institut entwickelt derzeit zum Beispiel auch einen  Kunststoff-Stent, dessen Beschichtung mit einer speziellen Mikrostruktur versehen wird. Hier könnten vor dem Einsetzen in den Körper Medikamente aufgebracht werden, die das erneute Verstopfen der Blutgefäße verhindern. Und das Helmholtz-Institut für biomedizinische Technik der Technischen Hochschule Aachen hat die winzigen Blutpumpen „Impella“ entwickelt. Je Herzkammer wird eine implantiert, welche dort als  Alternative zur herkömmlichen Herz-Lungen-Maschine funktionieren.

Es ist also gänzlich falsch Plastik als Werkstoff  zu stigmatisieren, denn heute würde sich niemand mehr ohne den Einsatz von Plastik operieren lassen.

Plastik ist ein wertvoller, lebensnotwendiger Werkstoff

Plastik ist ein wertvoller, lebensnotwendiger Werkstoff, den es gilt möglichst reduziert einzusetzen. Er wird aus Rohöl gewonnen und ist somit Produkt eines endlichen Rohstoffs. Wir können uns also die kopflose Verwendung von Neuplastik nicht weiter leisten, aus ökologischer und gesundheitlicher Sicht: In Einwegverpackungen hat Plastik nichts zu suchen. In Waschmittel und Kosmetika schon gar nicht. Aber Mehrwegplastik ist für den Transport ein CO2-sparender Faktor – und in der Medizin muss man weiterhin auf Plastik vertrauen können.

Schaut man sich die globale Verwendung von Plastiken nach Industrien an, so zeigt sich aber ein ganz anderes Bild: Die Industrie nutzt Plastik zu 35% nur für Einwegverpackungen – und das ist der Mammutanteil. Nur 2% des Plastiks wird von der Medizin verwendet. Wie schön wäre es, wenn wir Plastik nur noch dort verwenden, wo es wirklich nötig ist! Denn so wichtig der Werkstoff ist, so gefährlich ist er gleichzeitig bei übermäßiger Kontamination für die Umwelt, Lebewesen und Menschen.

Quelle: EU Plastik Studie 2017

Wenn man an Plastik riecht, daraus trinkt oder es berührt, können gefährliche Substanzen in unseren Körper eindringen und unseren Hormonhaushalt durcheinanderbringen. Die Stoffe im Plastik können dann wiederrum Krebs, Unfruchtbarkeit, Autismus oder Allergien auslösen. Vor allem das Bisphenol A ist ein umstrittener Werkstoff den die Plastikindustrie verwendet, um Kunststoff zu strecken. Bisphenol A macht Plastik billiger, sieht aber einem menschlichen Hormon sehr ähnlich. Das ist tückisch, denn so erkennt der Körper nicht, dass es sich um einen Fremdstoff handelt. Bei gesunden Erwachsenen sind die Probleme gering, aber bei Neugeborenen, Kindern, älteren und schwachen Menschen kann es Krankheiten auslösen. Mikroplastik ist zudem ein noch nicht einzuschätzender Gefahrenherd: Durch terrestrische Verschmutzung mit Mikroplastik sind inzwischen schon Agrarprodukte mit Nanoteilchen von Kunststoffen belastet, die die Blut-Hirn-Schranke überwinden und sogar über die Plazenta in den Blutkreislauf von Embryonen gelangen könnten. Bis dato steht noch nicht fest wie schlimm sich diese Nanoteilchen tatsächlich auf den Organismus auswirken.

 

Bildquelle: Stiftung Warentest

Mikroplastik begünstigt Krebs

Es ist nicht aus der Luft gegriffen, dass sich ein gesteigertes Vorkommen von Plastikrückständen in Nahrung aus Pflanzen, Meeres- und Säugetieren negativ auf den menschlichen Organismus auswirkt und verschiedene Arten von Krebs vor allem in den Verdauungsorganen begünstigt. Denn Kunststoffe ziehen Toxine an und binden diese. Je mehr wir von ihnen zu uns nehmen, desto mehr können Toxine im Körper gespeichert werden und Herd für Entzündungen werden.  Wir brauchen schleunigst plastikfreie Verpackungen und Produkte. Studien zeigen, dass Konsumenten sogar bereit wären mehr für diese zu zahlen. Plastik ist ein ewiger Werkstoff, der nur zerfällt und nicht vollständig verwest. Ohne Frage: Wir müssen Plastik in unserem Alltag so gut es geht vermeiden um gesund zu bleiben. Aber Plastik ist auch das lebensnotwendige Gift unserer Zeit, wenn es in den richtigen Bereichen eingesetzt wird.

 

FLUSTIX verwendet Cookies um den bestmöglichen Service zu bieten. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen, stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Weitere Infos unter Datenschutz.