Für Unternehmen

Welche Vorteile bietet eine unabhängige flustix-Zertifizierung?

Eine unabhängige flustix-Zertifizierung liefert einen belastbaren Third-Party-Nachweis für definierte Produkteigenschaften wie Rezyklatanteil, Recyclingfähigkeit, Plastikreduktion, Mikroplastikfreiheit oder PFAS-Freiheit. Dieser Nachweis wirkt in vier Bereichen gleichzeitig: regulatorische Compliance und Marktzugang, geldwerte Vorteile aus Steuer- und Bonussystemen, Ausschreibungen und Lieferantenqualifizierung sowie glaubwürdige und regelkonforme Umweltkommunikation. Der Unterschied zur Eigenerklärung liegt in der Beweislast: Wer eine Produkteigenschaft selbst behauptet, muss sie im Zweifel selbst belegen.

Warum reicht eine Eigenerklärung nicht mehr aus?

Die Anforderungen an nachweisbare Umwelt- und Materialeigenschaften steigen kontinuierlich. Unternehmen müssen zunehmend belastbar belegen können, wie hoch der Rezyklatanteil eines Produktes ist, ob eine Verpackung recyclingfähig ist oder ob definierte Anforderungen hinsichtlich Plastikreduktion, Mikroplastik oder PFAS erfüllt werden.

Eine unabhängige Zertifizierung übersetzt diese Produkteigenschaften in einen nachvollziehbaren Third-Party-Nachweis, der gegenüber Kunden, Handel, Behörden, Ausschreibungsstellen und weiteren Marktteilnehmern Bestand hat. Eine Selbstauskunft verlagert das Risiko nicht, ein geprüfter Nachweis schon.

Welche finanziellen Vorteile bringt ein zertifizierter Rezyklatanteil?

Zertifizierte Nachweise können unmittelbar geldwerte Vorteile darstellen, weil mehrere europäische Länder Steuern, Boni und EPR-Gebühren direkt an den nachgewiesenen Rezyklatanteil koppeln.

In Spanien wird die Plastic Tax auf den nicht recycelten Kunststoffanteil bestimmter nicht wiederverwendbarer Kunststoffverpackungen erhoben. Der Steuersatz beträgt 0,45 Euro je Kilogramm nicht recycelten Kunststoffs. Damit der enthaltene Rezyklatanteil steuerlich abgezogen werden kann, verlangt das spanische Gesetz einen Nachweis durch eine akkreditierte Zertifizierungsstelle auf Grundlage der UNE-EN 15343 beziehungsweise einer Nachfolgenorm.

In Frankreich werden seit 2026 finanzielle Boni für den Einsatz von Kunststoffrezyklaten gewährt. Je nach Herkunft und Einsatzbereich des Rezyklats liegen diese grundsätzlich bei 450 beziehungsweise 550 Euro pro Tonne. Für bestimmte schwer recycelbare Kunststoffe in kontaktsensitiven Verpackungsanwendungen sieht das System noch höhere Prämien vor.

Auch die Niederlande setzen auf finanzielle Anreize: Im Verpact-System wird der Einsatz von Rezyklat 2026 mit 0,20 Euro je Kilogramm Verpackung berücksichtigt. Ab 2027 soll die Tarifierung weiter ausgebaut werden, je höher der Rezyklatanteil, desto höher der finanzielle Vorteil. Die konkreten Bedingungen werden derzeit finalisiert.

Die Entwicklung ist eindeutig: Wo Steuern, Boni, reduzierte EPR-Gebühren oder andere Vergünstigungen an bestimmte Materialeigenschaften geknüpft werden, entscheidet ein belastbarer und, wo regulatorisch gefordert, akkreditierter Zertifizierungsnachweis darüber, ob Unternehmen diese Vorteile tatsächlich nutzen können. Der Nachweis erfolgt über flustix RECYCLED.

Stand: August 2026

Wer trägt nach der PPWR die Verantwortung für die Konformität einer Verpackung?

Seit dem 12. August 2026 gilt die europäische Packaging and Packaging Waste Regulation (PPWR) grundsätzlich unmittelbar in der Europäischen Union. Sie verschärft die Anforderungen an Verpackungen erheblich und führt schrittweise verbindliche Vorgaben ein, unter anderem zu Recyclingfähigkeit, Rezyklatanteilen, Verpackungsminimierung sowie zur technischen Dokumentation und Konformitätsbewertung.

Besonders relevant für Markenunternehmen ist die Frage, wer den Nachweis führen muss. Die Europäische Kommission stellt in ihrer aktuellen PPWR-Guidance klar: „Manufacturer“ im Sinne der PPWR ist nicht zwingend das Unternehmen, das eine Verpackung physisch produziert. Wird eine Verpackung oder ein verpacktes Produkt unter dem eigenen Namen oder der eigenen Marke hergestellt und in Verkehr gebracht, ist grundsätzlich der Markeninhaber / Brand Owner als Manufacturer anzusehen. Die Guidance betont zudem, dass es innerhalb der Lieferkette grundsätzlich nur einen Manufacturer im Sinne der PPWR gibt.

Dieser Manufacturer trägt die rechtliche Verantwortung für die Konformität der Verpackung. Lieferanten müssen ihm die notwendigen Informationen und Dokumente zur Verfügung stellen, die Verantwortung für Konformitätsbewertung, technische Dokumentation und Konformitätsnachweis verbleibt jedoch beim verantwortlichen Manufacturer. Die Kommission bezeichnet den Brand Owner ausdrücklich als den wirtschaftlichen Akteur, der die rechtliche Verantwortung für die Compliance der Verpackung trägt.

Eine reine Vorzertifizierung des Verpackungs- oder Materiallieferanten überträgt diese Verantwortung daher nicht auf den Lieferanten. Sie kann ein wichtiger Bestandteil des Nachweises sein, ersetzt aber nicht die eigene produkt- und markenbezogene Compliance des Inverkehrbringers. Genau hier schafft flustix einen pragmatischen Weg: Bei bereits werkseitig zertifizierten Materialien oder Verpackungen kann das flustix Unterlizenzmodell eine bestehende Zertifizierung unter definierten Voraussetzungen schlank auf den Markeninhaber / Brand Owner beziehungsweise dessen konkretes Produkt übertragen. Dadurch muss eine nachgelagerte Marke nicht die gesamte Zertifizierungskette neu aufbauen, erhält aber den für ihre eigene Verantwortlichkeit relevanten Zertifizierungsnachweis. Mehr dazu auf unserer Seite zur PPWR.

Dürfen Nachhaltigkeitssiegel ab dem 27. September 2026 noch verwendet werden?

Ja, aber unter einer klaren Bedingung. Ab dem 27. September 2026 gelten die Vorgaben der EU-Richtlinie „Empowering Consumers for the Green Transition“ (EmpCo). Nachhaltigkeitssiegel dürfen dann grundsätzlich nur noch verwendet werden, wenn sie auf einem Zertifizierungssystem beruhen oder von einer öffentlichen Stelle eingerichtet wurden. Zugleich werden allgemeine oder nicht ausreichend belegte Umweltaussagen stärker eingeschränkt.

Für Unternehmen bedeutet das: Eine bloße Eigenerklärung wird zunehmend zum regulatorischen und wirtschaftlichen Risiko. Verstöße gegen die europäischen Verbraucherschutzvorschriften können bei grenzüberschreitend relevanten Fällen mit Geldbußen geahndet werden, deren Höchstbetrag mindestens 4 % des Jahresumsatzes des Unternehmens in den betroffenen Mitgliedstaaten erreichen muss.

Alle flustix Siegel beruhen auf definierten Zertifizierungsprogrammen mit unabhängiger Konformitätsbewertung und sind über die öffentliche Zertifizierungsdatenbank nachprüfbar. Aus einem Umweltclaim wird damit ein belegter Claim. Mehr dazu unter Green Claims.

Welche Rolle spielen Zertifikate bei Ausschreibungen und in der Lieferantenqualifizierung?

Nachweisbare Umwelt- und Materialeigenschaften gewinnen bei öffentlichen Ausschreibungen, Lieferantenqualifizierungen und im professionellen Einkauf kontinuierlich an Bedeutung. Umweltkriterien, Recyclingfähigkeit, Rezyklatanteile und weitere Nachhaltigkeitsanforderungen können Bestandteil von Vergabekriterien und technischen Spezifikationen sein.

Unabhängige Zertifikate bieten hier einen strukturellen Vorteil: Geforderte Produkteigenschaften müssen nicht durch eigene Aussagen des Anbieters erklärt, sondern können gegenüber Einkauf, Auftraggebern und Geschäftspartnern nachvollziehbar und unabhängig nachgewiesen werden. Wer den Nachweis mitliefert, verkürzt die Prüfprozesse auf Kundenseite.

Was bringt ein zertifiziertes Siegel in der Marktkommunikation?

Die flustix Siegel machen unabhängig zertifizierte Produkteigenschaften direkt sichtbar: auf Produkten und Verpackungen, im Onlinehandel, am Point of Sale sowie in der B2B-Kommunikation. Unternehmen können ihre tatsächlichen Leistungen damit klar vom Wettbewerb differenzieren und nachgewiesene Eigenschaften wie Plastikreduktion, Mikroplastikfreiheit, Rezyklatanteil, Recyclingfähigkeit oder PFAS-Freiheit glaubwürdig kommunizieren.

Damit verbindet flustix die Bereiche, die für Unternehmen heute unmittelbar zusammengehören: regulatorische Compliance, finanzielle Vorteile, Marktzugang und glaubwürdiges Marketing. Unabhängig zertifiziert. Belastbar nachgewiesen. Sicher kommuniziert.

Fachlich verantwortlich: Malte Biss, Geschäftsführer der flustix GmbH