FAQ’s

Verbraucher

  • Produkte, die in Verpackung und Inhalt plastikfrei oder plastikreduziert sind, und das FlustixPrüfprozess erfolgreich durchlaufen haben, werden mit dem Flustix-Siegel ausgezeichnet

  • Die Flustix-Siegel zeichnen Produkte aus, die ohne Kunststoffe in Verpackung und/oder Produkt/Inhalt auskommen und bieten so dem Konsumenten Sicherheit, Konsumprodukte mit keinem oder reduziertem Plastikeinsatz zu kaufen. Kontaminationen der Produkte aufgrund von Umwelteinflüssen oder Verunreinigungen im Herstellungsprozess, wie beim Recyceln, können nicht gänzlich ausgeschlossen werden. Diese dürfen im Rahmen der Begriffsbestimmung „kunststofffrei/plastikfrei“ höchstens 0,5 Prozent des Gesamtgewichts des zertifizierten Produkts oder Produktkomponente ausmachen. Die Verbrauchernachfrage soll Unternehmen animieren, den so wertvollen Werkstoff Plastik bereits in der Produktion einzusparen oder zu reduzieren und durch ökologisch sinnvolle Alternativen zu ersetzen – zur Vermeidung von Plastikmüll

  • Zertifizierte Produkte soll es überall geben und werden nicht auf bestimmte Verkaufsstellen beschränkt sein. Die von Flustix ausgezeichnete Produkte werden weiter über ihre etablierten Vertriebswege verkauft. Das heißt, die mit dem Nachhaltigkeitssiegel zertifizierten Waren können prinzipiell überall – online und offline – erworben werden.

  • Die Flustix-Initiative wurde 2016 von Julia und Malte Biss in Berlin im Sinne des Umweltschutzes gegründet und will dem Endverbraucher eine klare Orientierung beim Einkauf bieten, indem plastikfreie Produkte und/oder plastikarme Produkte klar gekennzeichnet werden. In seiner Entstehung hat das Nachhaltigkeitslabel Flustix Unterstützung in Form von Gesprächs- und Diskussionsrunden vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit sowie dem Umweltbundesamt bei der Ausarbeitung des grundlegenden Konzeptes erhalten. Weiteren Support hat Flustix vom RAL e.V. erhalten, über welchen wir die Definition „plastikfrei“ im RAL-Registrierungsverfahren mit über 50 Fach- und Verkehrskreisen diskutiert und erarbeitet haben sowie von unserem Prüflabor-Partner, der WESSLING GmbH. Bei der Vergabe der Flustix-Siegel, der Kontrolle der Einhaltung aller Standards sowie der Missbrauchsbekämpfung, arbeiten wir mit unseren unabhängigen und renommierten Partnern eng zusammen. Wir Flustix-Gründer, Julia und Malte Biss, leben mit unseren drei Kindern auch noch nicht plastikfrei. Das ist heutzutage auch beinahe unmöglich – deswegen zielen wir auf einen konstruktiven Umweltschutz der durch innovative Produkte das plastikfreie Angebot ausweitet, und wir uns in Richtung Plastikfreiheit entwickeln können. Wir versuchen Plastik zu vermeiden wo es geht und sinnvoll ist. Der Werkstoff Kunststoff findet in vielen Bereichen, wie beispielsweise der Forschung, der Medizin, der Sicherheit und im Transport, durchaus sinnvollen und lebenswichtigen Einsatz und ist nicht mehr wegzudenken. Wir wollen mit unserer Initiative in eine plastikfreiere Zukunft wachsen, und uns geht es bis dahin um einen verantwortungsvollen und kreislauffördernden Umgang mit dem so genialen und für immer bleibenden Material: dem Plastik.

Plastik

  • Plastik wird wegen seiner vielen verschiedenen Eigenschaften fast überall eingesetzt Wo und warum Plastik zum Problem werden kann, lesen Sie hier:

    Nicht jeder Kunststoff landet im Mülleimer. Am Strand verlieren wir unsere Flipflops, im Park vergessen wir die PET-Flasche oder die Bonbon-Verpackung. Früher oder später gelangt dieser Kunststoffmüll in unsere Flüsse und Meere und wird von Vögeln oder anderen Tieren mit Nahrung verwechselt. Das Problem: Plastik verrottet nicht. Größere Plastikteile sind eine Gefahr für Meereslebewesen und Vögel, die sich im Müll verfangen und verenden, wie man es auch vor unserer Haustür auf Helgoland bei den Basstölpeln beobachten kann. Kleinere Plastikteile werden von den Tieren mit Nahrung verwechselt, bis sie bei vollem Magen verhungern. Außerdem treten Chemikalien wie beispielsweise Weich- und Hartmacher aus den Kunststoffen aus. Diese sind schädlich für Mensch und Tier. Übrigens werden in Deutschland nicht einmal 45 Prozent des anfallenden Kunststoffmülls recycelt (Werte von 2015) und der Pro-Kopf-Verbrauch steigt nach wie vor. Der Großteil wird immer noch energetisch verwertet – verbrannt, weil es wirtschaftlicher ist und/oder die Verpackungen aus minderwertigen Mischkunststoffen bestehen.

  • Verpackungen

    Der vielleicht offensichtlichste Gebrauch von Plastik sind Verpackungen. Dazu gehören unter anderem pfandfreie Plastikflaschen, Chips- oder andere Tüten, Folien und/oder andere Einwegbehältnisse. Meistens bestehen diese aus Mischkunststoffen, welche kaum bis gar nicht recycelt werden können.

    Plastik um und in Nahrungsmitteln

    Die meisten Nahrungsmittel sind in Plastik eingepackt. Chemikalien wie Weichmacher und zahlreiche andere Substanzen lösen sich aus der Verpackung und gehen z.B. auf ölhaltige und fettige Lebensmitteln über. Hinzu kommt das Mikroplastik, Plastikteilchen kleiner als fünf Millimeter. Diese treiben im Meer, werden von Meerestieren und Vögeln mit Nahrung verwechselt und gefressen. Die im Plastik enthaltenen Chemikalien gehen in den Körper der Tiere über und kommen zu uns zurück. Mit Tieren, die als Ganzes verzehrt werden (zum Beispiel Muscheln) oder hochwertigen Meer-Salzen und sogar durch Trinkwasser wird mittlerweile der Plastikmüll direkt von uns, dem Menschen, aufgenommen.

    Plastik in Kosmetika

    Mindestens 500 Tonnen Plastik gelangen jährlich durch unsere deutschen Abflüsse ungefiltert in unseren Trinkwasserkreislauf. Duschgel, Zahnpasta, Shampoos und Peelings enthalten meistens Plastik (Mikroplastik oder Flüssigkunststoffe). Oft soll mit den Mikropartikeln die Reinigungswirkung der Produkte verstärkt werden. Aber auch als Trübungsmittel, Füllmaterial oder als Ersatz für pflanzliche Öle werden Kunststoffe in Kosmetika und Schminke eingesetzt. Hier nur eine Auswahl an Produkten, in denen Mikroplastik und flüssige Kunststoffe verwendet werden:

    • Reinigungsprodukte: Peelings, Zahnpasta, Duschgel, Shampoo, Make-Up-Entferner
    • Hautpflegeprodukte: Bodylotion, Sonnencreme, Gesichts-, Hand- und Fußcreme, Rasierschaum
    • Schminke: Lippenstift, Make-Up, Lidschatten, Mascara

    Kleidung aus Plastik – Fleece, Polyester und Co.

    Auch unsere Kleidung enthält immer mehr Kunststoffe, unter anderem Polyester, Nylon und Elasten. Ein Fleece-Kleidungsstück kann bei jeder Wäsche bis zu 2.000 Fasern verlieren, die über das Abwasser ungefiltert in den Trinkwasserkreislauf oder ins Meer gelangen. Wissenschaftler haben an 80 untersuchten Stränden auf allen Kontinenten Polyester- und Acrylfasern im Sand nachgewiesen. Je näher die Proben an großen Städten entnommen wurden, desto höher war die Belastung durch Plastikmüll.

  • Kunststoffen werden viele Chemikalien zugesetzt, um die gewünschten Eigenschaften des Materials zu erreichen. Dazu gehören Weichmacher, Hartmacher, Flammschutzmittel, Stabilisatoren und viele mehr. Diese Chemikalien sind oft ungebunden und treten permanent aus den Kunststoffen aus. Manchmal verstärken wir diesen Vorgang auch aktiv. Zum Beispiel, wenn wir unser Mittagessen in der Mikrowelle erhitzen, ohne es aus der Plastikbox zu nehmen, oder wenn ein Kleinkind am Plastikspielzeug nuckelt. Diese Schadstoffe gehen in unseren Körper über. Wie groß die gesundheitlichen Schäden sind ist noch nicht abschließend erforscht. Allerdings: Viele Studien gibt es bereits zum Zusatzstoff Bisphenol A (BPA). BPA ähnelt Östrogen und wirkt daher im Körper wie das weibliche Geschlechtshormon. Mögliche Folgen beim Menschen sind:

    Speziell bei Männern: Unfruchtbarkeit

    Speziell bei Frauen Brustkrebs, bei Mädchen eine verfrühte Pubertät

    Speziell bei Babys: eine Missbildung der Geschlechtsorgane

    Speziell bei Kindern: Verhaltensstörungen

    Außerdem: Übergewicht

    Diabetes

    Allergien und Asthma

    Herz-Kreislauf-Erkrankungen

     

    Ein weiteres Problem ist die Migration von Schadstoffen. Diese können über die Verpackung in die Lebensmittel gelangen, oder in der Nahrung selbst vorhanden sein. Forscher haben festgestellt, dass Plastikpartikel an ihrer Oberfläche eine millionenfache Konzentration an Giftstoffen aufweisen. Wird das Mikroplastik von Fischen gefressen, gehen diese Chemikalien in die Körper der Tiere über und landen langfristig in unserer Nahrungskette. Seit 2011 ist BPA in der EU verboten, allerdings nur beispielsweise in Nuckelflaschen für Babys (Baby-Artikel für 0 – 3-jährige). Doch der Zusatzstoff wird mittlerweile unter anderem in der Luft, im Hausstaub und sogar im menschlichen Blut nachgewiesen.

  • Die Vermüllung unseres Planeten, denn Plastik hält ewig: Sammeln wir es nicht auf, so bleibt es in der Natur und verstreut sich. Sogar in der Antarktis, im „noch“ ewigen Eis, wurde gerade erst 30 Jahre altes Plastik aus Deutschland nachgewiesen. Der Großteil des verlorenen Plastikmülls landet im Meer. Durch die Meeresströmungen haben sich weltweit fünf besonders große Müllstrudel gebildet, die sogenannten „garbage patches“. Der Größte ist der „Great Pacific Garbage Patch“ (vier Mal so groß wie Frankreich). Wissenschaftler vermuten mehrere Millionen Tonnen Plastik allein in diesem einen Strudel. Ob im Meer oder an Land, Plastik wird zunehmend zu einer gesundheitlichen Bedrohung von Mensch und Tier. Jetzige und im Besonderen kommende Generationen sind betroffen von verfrühter Pubertät, der Kreidezahnkrankheit, Missbildungen und – bei neugeborenen sowie weiterer bislang noch nicht abgeschlossener Forschungsergebnisse zu Krankheiten, die unmittelbar mit unserem derzeitigen inflationären Plastik-Konsum in Verbindung stehen.

Unternehmen

  • Das Vertrauen in ein Siegel wie Flustixist groß: Eine TNS Infratest-Studie zeigt, dass 80 Prozent der Deutschen eher zu einem zertifizierten Produkt greifen und bereit sind signifikant mehr Geld für diese auszugeben. Sie orientieren sich in ihrer Kaufentscheidung an Siegeln – ein Siegel wie Flustix schafft Vertrauen zu Produkten und Marken und damit auch zum Hersteller. Das Flustix-Siegel auf dem Produkt demonstriert, dass ein hersteller, ein Unternehmen sich mit der Herausforderung der Zukunft auseinandersetzt, verleiht dem Produkt ein entsprechendes Image und gibt dem Hersteller in seinem Umgang mit Ressourcen eine nachhaltige Firmenphilosophie.

    Darüber hinaus profitieren Flustix-zertifizierte Produkte von starker Medien- und Öffentlichkeitspräsenz, denn die mediale Aufmerksamkeit und das gesellschaftliche Engagement hinsichtlich des Plastikmüllproblems ist immens. So ergab die aktuelle repräsentative Umfrage von TNS Infratest im Auftrag von FLUSTX, dass 92% der Deutschen der Meinung sind, dass Produkte und Verpackungen generell zu viel Plastik enthalten. Bis zu 88 Prozent der Deutschen achten bereits beim Einkauf darauf, Verpackungsmüll aus Plastik zu vermeiden und würden auch mehr Geld für plastikfreie Produkte ausgeben. Die ganze Studie finden Sie hier.

  • Viele Menschen lehnen die Flut an überflüssigem Plastik in ihrem täglichen Leben ab. Die Zeiten, in denen Plastik als neuer Wunderstoff gefeiert wurde, sind vorbei. Heute wird der Werkstoff im alltäglichen eher als Herausforderung angesehen. Mit einem plastikfreien Produkt positionieren sich die Unternehmen, die das Siegel erwerben, als verantwortungsbewusst im Umgang mit Plastik und dem daraus resultierenden Müll und zeigen ihren Kunden, dass Nachhaltigkeit und Maßnahmen gegen Umweltverschmutzung ernst genommen werden.

  • Jedes Produkt kommt für eine Zertifizierung in Frage, welches entweder einen plastikfreien Inhalt, eine plastikfreie verpackung oder mit beidem in plastikfreier Form dem dem Verbraucher auf der letzten Handelsstufe (am Regal) entgegentritt. Um noch mehr unnötiges Plastik einsparen zu können, werden von uns auch Kosemtika die ohne Mikroplastik auskommen ausgezeichnet.

  • Sie möchten das Flustix-Siegel auf Ihrer Ware verwenden? Dann können Sie ihr Produkt für das Flustix-Prüfverfahren anmelden. Wie das geht, erfahren Sie auf unserer Seite: Kunde werden.

  • Die Kosten für die Antragsstellung und Überprüfung Ihres Produkts liegen in der Regel zwischen 200€ und 500€, je nach Prüfaufwand Ihres Artikels. Nach der Einsendung der Ware an Flustix erhalten Sie einen Kostenvoranschlag für die chemische Analyse. Sollten Sie sich gegen die Durchführung des Prüfverfahrens entscheiden, zahlen Sie lediglich die Bearbeitungsgebühr von 100 Euro.

    Wurde die Plastikfreiheit analytisch bestätigt, so können Sie die Lizenz zur Kennzeichnung Ihres Produktes mit dem Flustix-Siegel bei unserem Logo- und Lizenzpartner RAL erhalten. Die dafür anfallenden Lizenzgebühren für die Nutzung des Labels richten sich nach dem produktrelevanten Umsatz und hier offen einsehbar.

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