Die Frage unterstellt, dass alle dasselbe tun. Das ist nicht so, und deshalb lautet die nützlichere Frage: Welche Aussage soll belegt werden? Danach sortiert sich der Markt in drei Ebenen.
- Prüf- und Zertifizierungshäuser wie TÜV SÜD, TÜV Rheinland, SGS, Intertek, Bureau Veritas, DEKRA, Eurofins oder Control Union messen, auditieren und zertifizieren in großer Breite, von Transportprüfungen bis zur Kompostierbarkeit.
- Systemgeber wie RecyClass, EuCertPlast, ISCC PLUS oder der Global Recycled Standard schreiben ein Programm, nach dem andere prüfen. Sie richten sich an Prozesse und Lieferketten, nicht an das einzelne Produkt im Regal.
- Verbrauchersiegel wie flustix belegen eine einzelne, messbare Produkteigenschaft und machen sie am Produkt sichtbar, mit öffentlich nachschlagbarer Lizenznummer.
Was davon wirklich austauschbar ist
Innerhalb einer Ebene vieles, zwischen den Ebenen nichts. Ein Prüfbericht über den Kunststoffanteil ersetzt kein Zeichen auf der Verpackung, und ein Zeichen ersetzt keine Laboranalyse. flustix ist deshalb keine Alternative zum Labor, sondern nutzt es: Gemessen wird in nach ISO/IEC 17025 akkreditierten Laboren, die Konformität bewertet eine Stelle nach ISO/IEC 17065.
Woran sich die Wahl entscheidet
- Soll die Aussage gegenüber Verbrauchern stehen, braucht es ein Zertifizierungssystem mit unabhängiger Überwachung, seit dem 27. September 2026 auch rechtlich.
- Geht es um eine Eigenschaft wie Rezyklatanteil, Recyclingfähigkeit, Kunststoffanteil, Mikroplastik oder PFAS, entscheidet der Prüfumfang des Programms, nicht der Name des Hauses.
- Zählt die Anerkennung in einem regulierten Markt, etwa für Steuern oder Boni, zählt die Akkreditierung der bewertenden Stelle und die zugrunde liegende Norm.