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Papier und Karton enthalten polymerbasierte Additive, etwa Leimungsmittel und Nassfestmittel, ohne die sie ihre Eigenschaften nicht hätten. Sechs Fachquellen kommen im Mittel auf 0,93 % des Trockengewichts. Mit dem wissenschaftlich anerkannten Spurenzuschlag von 0,1 % ergibt sich ein Gesamtschwellenwert von 1,03 %. Diese Additive sind funktional notwendig, bilden aber keine eigenständige Kunststoffmatrix.

0,93 %
Durchschnitt der Mittelwerte aus sechs Fachquellen (Trockengewicht)
+ 0,10 %
wissenschaftlich anerkannter Spurenzuschlag
1,03 %
abgeleiteter Gesamtschwellenwert
0,75 %
Grenzwert des flustix LESS PLASTICS PRODUCT Zeichens
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Die Frage ist, wie hoch der technisch notwendige Polymeranteil in faserbasierten Verpackungen laut Fachliteratur ist und welcher Grenzwert regulatorisch als sachgerecht gelten kann, wenn zusätzlich das anerkannte Verständnis von Spurenstoffen berücksichtigt wird. Bezugspunkt ist die Einwegkunststoffrichtlinie (EU) 2019/904.
Es geht um funktionale Additive: polymerbasierte Leimungsmittel zur Hydrophobierung wie Alkyl-Keten-Dimere (AKD) oder Alkenylbernsteinsäureanhydride (ASA), Nassfestmittel wie Polyamid-Epichlorhydrin-Harze (PAE), dazu optische Aufheller. Sie werden in die Stoffsuspension gegeben oder oberflächlich aufgetragen und sind integraler Bestandteil etablierter Herstellungsprozesse.
Francolini et al. (2023) 0,3–1,0 %, Bajpai (2015) 0,1–0,5 %, Hubbe (2006) 0,2–1,0 %, KTH (2023) 0,5–2,5 %, Gullichsen & Paulapuro (2000) 1,0–2,5 % sowie das Taschenbuch der Papiertechnik 0,4–1,2 %. Aus den jeweiligen Mittelwerten ergibt sich arithmetisch ein Gesamtwert von 0,93 %.
In der Umweltanalytik gelten Anteile unter 0,1 % als Spuren, und diese Schwelle findet sich beim BfR (2018), beim Umweltbundesamt (2020) und in der REACH-Verordnung. Dazu kommen prozessbedingte Schwankungen und analytische Unsicherheiten bei sehr geringen Polymeranteilen. Der Zuschlag ist damit ein konservativer Aufschlag, kein Spielraum.
Erwägungsgrund 11 der SUPD hält fest, dass Farben, Tinten und Klebstoffe nicht unter die Kunststoffdefinition des Artikels 3 Nummer 1 fallen. Die Leitlinien der Europäischen Kommission bestätigen, dass funktionale Zusätze wie Klebstoffe, Bindemittel und Farben vom Anwendungsbereich ausgenommen sind. Polymerbasierte Binder und Additive in Papier, Karton oder Pappe, die keine strukturgebende Funktion erfüllen, sind damit nicht unter die SUPD zu fassen.
Sieben Nachweise
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Weiter im Detail
Sechs Quellen, jeweils Einsatzmenge polymerer Additive bezogen auf das Trockengewicht: Francolini et al. (2023) 0,3 bis 1,0 Prozent, Mittel 0,65. Bajpai (2015) 0,1 bis 0,5 Prozent, Mittel 0,30. Hubbe (2006) 0,2 bis 1,0 Prozent, Mittel 0,60. KTH (2023) 0,5 bis 2,5 Prozent, Mittel 1,50. Gullichsen und Paulapuro (2000) 1,0 bis 2,5 Prozent, Mittel 1,75. Taschenbuch der Papiertechnik, achte Auflage, 0,4 bis 1,2 Prozent, Mittel 0,80.
Je Quelle wird das arithmetische Mittel aus unterer und oberer Einsatzgrenze gebildet, danach das arithmetische Mittel dieser sechs Einzelmittelwerte. Das ergibt 0,93 Prozent. Das Verfahren fasst heterogene, aber vergleichbare Literaturdaten zusammen und entspricht der üblichen statistischen Annäherung bei technischen Einsatzbereichen.
In der Umweltanalytik gelten Anteile unter 0,1 Prozent als Spuren. Diese Schwelle findet sich beim BfR (2018), beim Umweltbundesamt (2020) und in der REACH-Verordnung. Weil Polymeradditive in der Papiertechnik regelmäßig im Bereich von Zehntelprozenten liegen und sowohl Prozessschwankungen als auch analytische Unsicherheiten hinzukommen, wird der Spurenwert als konservativer Zuschlag berücksichtigt. 0,93 plus 0,10 ergibt den Schwellenwert von 1,03 Prozent.
Die rechtliche Auslegung deckt sich mit der Ableitung: Farben, Tinten und Klebstoffe, also polymerbasierte Binder und Additive, fallen ausdrücklich nicht unter die Definition von Kunststoff nach Artikel 3 Nummer 1 der Richtlinie (EU) 2019/904. Ergänzend gilt, dass optische Aufheller auf Stilbenbasis in der Regel niedermolekulare organische Verbindungen sind und die Polymerdefinition nach Artikel 3 Nummer 5 REACH gar nicht erfüllen.
Die analytischen Untersuchungen laufen über kombinierte, normkonforme Verfahren nach DIN, EN und ISO, einschließlich DIS-Verfahren. Dazu zählen thermische Analyseverfahren, TED-GC/MS, PY-GC/MS, Extraktionsverfahren und weitere international etablierte polymeranalytische Methoden.
Quelle: Sechs Fachquellen zur Papiertechnik (Francolini 2023, Bajpai 2015, Hubbe 2006, KTH 2023, Gullichsen/Paulapuro 2000, Taschenbuch der Papiertechnik 2021); BfR 2018; UBA 2020; REACH; Richtlinie (EU) 2019/904, Erwägungsgrund 11
Stand: März 2026
Fachlich verantwortlich: Malte Biss, CEO & Founder of flustix
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