Webinar

Vier Regelwerke, ein Nachweis EmpCo, PPWR, Plastiksteuer und PFAS

EmpCo, PPWR, nationale Plastiksteuern und PFAS werden meist getrennt behandelt. Im Webinar zeigen Kathrin Schaumann und Malte Biss, dass sie dieselbe Nachweiskette verlangen: objektive Kriterien, ein öffentliches Zertifizierungsprogramm, Prüfung durch einen unabhängigen Dritten und laufende Überwachung. Wer diese Kette einmal aufbaut, bedient alle vier.

Europaflagge auf dem Reichstagsgebäude

Vier Zahlen aus dem Webinar

4 %

des Jahresumsatzes als mögliche Sanktion bei Verstößen gegen EmpCo

30 % oder 70 %

Rezyklatanteil: Pflichtquote erfüllen oder als Auslobung nutzen

135.000 €

Ersparnis bei der spanischen Plastiksteuer, Beispiel aus dem Webinar

95 / 5

Papieranteil zu Nicht-Papier, damit eine Verpackung im Altpapier gilt

Was EmpCo an einer Umweltaussage prüft

Die Richtlinie verlangt drei Dinge: klar definierte, objektive Kriterien auf Basis von Standards; die Prüfung durch einen fachlich geeigneten, unabhängigen Dritten; und ein öffentlich einsehbares Zertifizierungsprogramm mit Regeln zu Entzug und Aussetzung. Als Bezugsnorm nennt das Webinar die ISO/IEC 17065 für Stellen, die Produkte, Prozesse und Dienstleistungen zertifizieren.

Warum eine Nachweiskette für alle vier reicht

Mikroplastikfrei stützt sich auf REACH, Rezyklatanteil auf DIN EN 15343 und ISO 22095, Recyclingfähigkeit auf Verpackungsgesetz, PPWR und DIN EN 13430, plastikfrei auf SUPD und PPWR. Die Grundlagen sind verschieden, der Weg ist derselbe: objektive Kriterien, Zertifizierungsprogramm, technische Prüfung, Konformitätsbewertung, regelmäßige Überwachung.

PPWR und EmpCo greifen ineinander

Die PPWR regelt die Technik: Gestaltung, Recyclingfähigkeit, Rezyklatanteil, Dokumentation und Rückverfolgbarkeit. Die EmpCo regelt, wie darüber gesprochen werden darf. Verantwortlich ist am Ende der Markeninhaber: Nach Artikel 3 PPWR und dem EU-Leitfaden vom April 2025 gilt er als Hersteller und trägt die rechtliche Verantwortung für Konformität und Aussagen.

Nachweis vor Marktzugang, nicht danach

Behörden prüfen nicht jedes Produkt vor dem Verkauf. Deshalb verschiebt sich die Beweislast nach vorn: Ein unabhängiger Dritter bestätigt die Konformität im Voraus, produktbezogen und markenbezogen. Nur die zertifizierte Marke beziehungsweise das zertifizierte Produkt darf die Aussage führen. Das Webinar vergleicht das mit der Hauptuntersuchung beim Fahrzeug.

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Rezyklat rechnet sich

Spanien besteuert Verpackungen nach nicht rezykliertem Kunststoff und verlangt dafür einen Nachweis nach UNE-EN 15343. Frankreich arbeitet mit Bonusmodellen und ökomodulierten Gebühren, das Vereinigte Königreich besteuert Verpackungen unter 30 Prozent Rezyklat. Das Rechenbeispiel im Webinar: 1.000 Tonnen Schrumpffolie mit 30 Prozent PCR ergeben 300 steuerfreie Tonnen und bei 0,45 Euro je Kilogramm rund 135.000 Euro Ersparnis. Ohne Zertifikat kein Marktzugang, keine Steuerersparnis, keine Bonusberechtigung.

Wann aus einer Eigenschaft eine Aussage wird

Solange die 95/5-Prüfung intern bleibt, ist sie eine technische Eigenschaft. Sobald daraus „recycelbar im Papierstrom" oder „plastikreduziert" auf der Verpackung wird, gilt die EmpCo. Der technische Nachweis schützt dann die Aussage.

PFAS kommt als Nächstes

Das Webinar ordnet PFAS dort ein, wo Kunststoff vor fünf Jahren stand: steigender Druck über REACH, wachsende Bedeutung in der Verpackungsregulierung, politische Aufmerksamkeit und öffentlicher Druck aus Handel und Medien. Auch hier dieselbe Wahl wie beim Rezyklat: die Mindestanforderung erfüllen oder den geprüften Nachweis als Marktsignal nutzen.

Quelle: flustix Webinar „EmpCo, PPWR, Plastic Tax, and PFAS. What companies need to know." mit Kathrin Schaumann und Malte Biss
Stand: Juni 2026

Fachlich verantwortlich: Malte Biss, Geschäftsführer der flustix GmbH

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