Stellungnahme von flustix zur UBA-Studie über Zertifizierungssysteme für Recycling-Kunststoffe

Umweltbundesamt nimmt nach flustix-Einwand umfangreiche redaktionelle Änderungen an der Studie vor

Zeitleiste flustix RECYCLED: vom Kombizeichen 2019 über das eigenständige Programm 2025 bis zur UBA-Studie 2026

Update vom 21. September 2026

Das Umweltbundesamt hat die Studie überprüft und im September 2026 eine korrigierte zweite Ausgabe veröffentlicht. Die aktualisierte Fassung dieser Stellungnahme steht direkt darunter. Die ursprüngliche Fassung vom 8. September 2026 bleibt am Ende dieser Seite unverändert stehen, damit nachvollziehbar bleibt, was wann veröffentlicht wurde.

flustix begrüßt Korrektur der UBA-Studie zu Zertifizierungssystemen für Recycling-Kunststoffe

Zweite Ausgabe enthält 70 flustix-bezogene redaktionelle Eingriffe: Das aktuelle Zertifizierungsprogramm flustix RECYCLED wurde nicht bewertet.

flustix begrüßt grundsätzlich, dass das Umweltbundesamt Zertifizierungssysteme für Recycling-Kunststoffe untersucht und damit zur Weiterentwicklung glaubwürdiger Nachweise für Rezyklatgehalte beiträgt. Voraussetzung für eine belastbare öffentliche Einordnung ist jedoch, dass die untersuchten Programme eindeutig bezeichnet und historische von aktuellen Systemen klar getrennt werden.

Nach entsprechenden Hinweisen von flustix hat das Umweltbundesamt die im August 2026 veröffentlichte Studie „Analyse und Bewertung von Zertifizierungssystemen für Recycling-Kunststoffe“ (UBA-TEXTE 130/2026) überprüft und im September 2026 eine korrigierte zweite Ausgabe veröffentlicht.

Die wichtigste Klarstellung lautet: Das seit dem 28. November 2025 veröffentlichte eigenständige Zertifizierungsprogramm flustix RECYCLED war nicht Gegenstand der Untersuchung und wurde vom Umweltbundesamt nicht bewertet.

Damit liegt nun das dokumentierte Ergebnis der vom UBA angekündigten Überprüfung vor.

70 redaktionelle Eingriffe auf 44 Seiten

Ein Vergleich der ursprünglichen Veröffentlichung mit der zweiten Ausgabe zeigt insgesamt 70 flustix-bezogene redaktionelle Eingriffe auf 44 der 163 PDF-Seiten:

  • 54 bisherige Bezeichnungen wurden zu „flustix RECYCLED – DIN-Geprüft“ präzisiert;
  • 14 neue Hinweise erläutern die Abgrenzung zum heutigen Zertifizierungsprogramm flustix RECYCLED;
  • im Impressum wurde eine Änderungshistorie aufgenommen;
  • eine weitere verkürzte Bezeichnung wurde entfernt.

Das UBA stellt nun an zentralen Stellen ausdrücklich klar, dass die Bewertung auf dem damaligen, von DIN CERTCO herausgegebenen Zertifizierungsprogramm „Produkte aus recyceltem Material – flustix V06/24“ beruhte. Dieses Programm führte bis Ende November 2025 zur Vergabe des früheren Kombinationszeichens „flustix RECYCLED – DIN-Geprüft“.

Das eigenständige, nach konsortialer fachlicher Vorarbeit am 28. November 2025 von der FLUSTIX GmbH veröffentlichte Zertifizierungsprogramm flustix RECYCLED war dagegen nicht Gegenstand der Studie. Diese Abgrenzung findet sich nun unter anderem im Impressum, in den Vergleichstabellen, bei den Bewertungsergebnissen und im Steckbrief des untersuchten historischen Systems.

flustix begrüßt diese eindeutige Klarstellung. Sie ist entscheidend, weil die verkürzte Bezeichnung „flustix RECYCLED“ in der ursprünglichen Ausgabe den Eindruck erweckte, die Ergebnisse bezögen sich auf das heute am Markt befindliche Zertifizierungsprogramm.

Was die Korrektur nicht verändert

Die zweite Ausgabe grenzt das historische Kombinationszeichen nun sprachlich vom aktuellen Zertifizierungsprogramm flustix RECYCLED ab. Eine inhaltliche Neubewertung des untersuchten historischen Programms wurde jedoch nicht vorgenommen.

Unverändert geblieben sind insbesondere:

  • die Bewertungspunkte und die daraus resultierende Platzierung des historischen Programms;
  • die inhaltlichen Kritikpunkte am damaligen DIN-CERTCO-Programm V06/24;
  • die zugrunde liegende Bewertungsmatrix und deren Gewichtung;
  • die Darstellung des nicht zustande gekommenen fachlichen Austauschs mit dem damaligen Systembetreiber DIN CERTCO.

Die Studie führt das historische System weiterhin mit 65 von 176 gewichteten Punkten beziehungsweise 29 Punkten ohne Gewichtung auf dem letzten Platz der untersuchten Systeme.

Diese Werte beziehen sich ausschließlich auf den historischen Dokumentenstand des von DIN CERTCO herausgegebenen Programms. DIN CERTCO führt dieses Programm nach Beendigung der Kooperation unter der Bezeichnung „Produkte aus recyceltem Material – DIN-Geprüft“ fort. Die Bewertung darf daher nicht auf das heutige Zertifizierungsprogramm flustix RECYCLED übertragen werden.

flustix wurde während der Untersuchung nicht kontaktiert

Unverändert festzuhalten ist außerdem: flustix wurde während der gesamten Untersuchung weder vom Umweltbundesamt noch von den beteiligten Gutachtern kontaktiert.

flustix wurde insbesondere:

  • nicht über die laufende Untersuchung informiert;
  • nicht um ergänzende Dokumente oder fachliche Auskünfte gebeten;
  • nicht mit den offenen Fragen der Gutachter konfrontiert;
  • nicht am Review der vorläufigen Ergebnisse beteiligt;
  • nicht vor der Veröffentlichung zu einer Stellungnahme aufgefordert.

Die Studie beschreibt zwar eine Kontaktaufnahme mit dem „Systembetreiber“. Als Systeminhaber und -betreiber des untersuchten historischen Programms wird in der korrigierten Ausgabe jedoch DIN CERTCO genannt. Die weiterhin enthaltene Aussage, eine vertiefte Zusammenarbeit sei wegen fehlender Kapazitäten nicht möglich gewesen, bezieht sich daher nicht auf flustix und darf nicht als fehlende Kooperationsbereitschaft von flustix verstanden werden.

Die zweite Ausgabe stellt bislang nicht ausdrücklich klar, dass flustix selbst zu keinem Zeitpunkt kontaktiert wurde.

flustix hätte jederzeit umfassend an einer fachlichen Klärung mitgewirkt. Das Unternehmen arbeitet seit seiner Gründung regelmäßig mit Behörden, Forschungseinrichtungen, NGOs und weiteren Fachorganisationen zusammen.

Die Bewertung erfolgte weiterhin unter Vorbehalt

Die Gutachter weisen selbst darauf hin, dass die Ausführungen zum historischen System aufgrund der unzureichenden Informationstiefe und des nicht zustande gekommenen Austauschs unter Vorbehalt erfolgen. Fehlinterpretationen könnten ausdrücklich nicht ausgeschlossen werden.

Zudem wurden im Rahmen der ergänzenden Praxisrecherche keine öffentlich zugänglichen Hinweise auf Fehlzertifizierungen, Verstöße oder praktische Unzulänglichkeiten des untersuchten Systems festgestellt.

Das Bewertungsergebnis beruht daher maßgeblich auf der im Untersuchungszeitraum verfügbaren Dokumentation und auf nicht beantworteten Detailfragen. Es handelt sich nicht um den Nachweis praktischer Mängel bei durchgeführten Zertifizierungen.

Das heutige Zertifizierungsprogramm flustix RECYCLED

Das eigenständige Zertifizierungsprogramm flustix RECYCLED wurde am 28. November 2025 veröffentlicht. Seitdem wird das frühere Kombinationszeichen „flustix RECYCLED – DIN-Geprüft“ nicht mehr vergeben.

Das heutige Programm berücksichtigt zahlreiche Themen, die in der UBA-Studie am historischen Programmstand kritisiert werden. Dazu gehören insbesondere:

  • die ausdrückliche Anwendung der DIN EN ISO 22095 für Chain of Custody;
  • die Bezugnahme auf DIN EN 15343;
  • konkretisierte Anforderungen an Rückverfolgbarkeit und Stoffströme;
  • Vorgaben zu Materialinput, Materialoutput und Prozessverlusten;
  • Lagerverwaltung, Chargenzuordnung und Bestandskontrollen;
  • detaillierte Massenbilanzierung und Plausibilitätsprüfungen;
  • die getrennte Erfassung und Ausweisung von PCR und PIR;
  • weiterentwickelte Anforderungen an Auditierung, Dokumentation und Konformitätsbewertung;
  • Anforderungen an das Qualitätsmanagement der lizenznehmenden Unternehmen;
  • Anforderungen aus der REACH-Verordnung sowie spezifische Nachweise für Materialien mit Lebensmittelkontakt;
  • die Zusammenarbeit mit mehreren unabhängigen Zertifizierungsstellen.

Wer prüft, zertifiziert nicht

Auch die Rollen sind im heutigen Programm klar getrennt. flustix ist Systemgeber und schreibt die Zertifizierungsprogramme, prüft aber nicht selbst und zertifiziert nicht selbst.

Erforderliche analytische Prüfungen erfolgen ausschließlich über unabhängige, nach DIN EN ISO/IEC 17025 akkreditierte Prüflaboratorien. Die Audits durch dafür geschulte Auditoren, die Konformitätsbewertung und die Zertifizierung selbst erfolgen ausschließlich über unabhängige, nach DIN EN ISO/IEC 17065 akkreditierte Zertifizierungsstellen. Diese Trennung ist der Grund, warum das Zeichen als Nachweis gegenüber Dritten taugt.

Diese Anforderungen waren nicht Gegenstand der UBA-Bewertung. Aus den Punktwerten des historischen Programms lassen sich deshalb keine Schlussfolgerungen über Qualität, Rückverfolgbarkeit oder Prüftiefe des heutigen Zertifizierungsprogramms flustix RECYCLED ableiten.

Unser Blick nach vorn

Wir würden es ausdrücklich begrüßen, wenn das Umweltbundesamt bei einer künftigen Aktualisierung der Studie auch das heutige Zertifizierungsprogramm flustix RECYCLED fachlich untersucht und bewertet, oder das in Kürze noch einmal nachgeschärfte, novellierte Programm.

Eine solche Prüfung würden wir offen, transparent und von uns aus unterstützen. Gerade in einem Markt, in dem belastbare Rezyklatnachweise regulatorisch und wirtschaftlich immer wichtiger werden, sollten sich Zertifizierungssysteme an ihren aktuellen Anforderungen, Prüfmechanismen und Nachweisstrukturen messen lassen.

Für uns ist die Korrektur deshalb nicht nur eine Klarstellung zur Vergangenheit. Sie schafft vor allem eine saubere Grundlage für die fachliche Diskussion darüber, wie belastbare Rezyklatnachweise heute und in Zukunft aussehen müssen.

Fazit von flustix

flustix begrüßt, dass das Umweltbundesamt die missverständliche Zuordnung aufgegriffen und den Bericht umfassend überarbeitet hat. Die vorgenommenen 70 redaktionellen Eingriffe zeigen, dass eine eindeutige Abgrenzung zwischen dem historischen Kombinationszeichen und dem heutigen Zertifizierungsprogramm von flustix erforderlich war.

Entscheidend ist nun: Bewertet wurde das historische, von DIN CERTCO herausgegebene Zertifizierungsprogramm V06/24, das zur Vergabe des früheren Kombinationszeichens „flustix RECYCLED – DIN-Geprüft“ führte. Das seit dem 28. November 2025 bestehende eigenständige Zertifizierungsprogramm flustix RECYCLED wurde nicht untersucht und nicht bewertet.

flustix steht dem Umweltbundesamt, den beteiligten Instituten und allen interessierten Marktteilnehmern weiterhin für einen offenen und fachlich fundierten Austausch zur Verfügung. Eine Begutachtung des aktuellen Zertifizierungsprogramms flustix RECYCLED würde flustix ausdrücklich begrüßen und jederzeit proaktiv unterstützen.

Kurzantworten zur Einordnung

Hat das UBA das aktuelle Zertifizierungsprogramm flustix RECYCLED bewertet?
Nein. In der korrigierten zweiten Ausgabe stellt das UBA ausdrücklich klar, dass das seit dem 28. November 2025 veröffentlichte eigenständige Programm nicht Gegenstand der Untersuchung war.

Was wurde tatsächlich untersucht?
Untersucht wurde das damalige, von DIN CERTCO herausgegebene Zertifizierungsprogramm „Produkte aus recyceltem Material – flustix V06/24“, das bis Ende November 2025 zur Vergabe des Kombinationszeichens „flustix RECYCLED – DIN-Geprüft“ führte.

Wie umfangreich hat das UBA die Studie angepasst?
Der Dokumentenvergleich von flustix ergibt 70 flustix-bezogene redaktionelle Eingriffe auf 44 PDF-Seiten. Dazu gehören 54 Präzisierungen der Programmbezeichnung und 14 neu aufgenommene Klarstellungshinweise.

Wurde flustix an der ursprünglichen Untersuchung beteiligt?
Nein. flustix wurde weder kontaktiert noch um Unterlagen gebeten. Auch die vorläufigen Ergebnisse wurden flustix nicht zur Prüfung oder Stellungnahme vorgelegt.

Wurde die Bewertung selbst verändert?
Nein. Punktwerte, Platzierung und inhaltliche Bewertung des historischen Programms wurden nicht neu berechnet. Sie dürfen jedoch nicht auf das aktuelle Zertifizierungsprogramm flustix RECYCLED übertragen werden.

Berücksichtigt flustix RECYCLED heute die ISO 22095?
Ja. Das aktuelle Programm nimmt ausdrücklich auf DIN EN ISO 22095 und DIN EN 15343 Bezug und enthält entsprechende Anforderungen an Chain of Custody, Rückverfolgbarkeit und Materialbilanzierung.

Hinweis zur Zählweise: Verglichen wurden die ursprüngliche Veröffentlichung und die im September 2026 veröffentlichte zweite Ausgabe von UBA-TEXTE 130/2026. Nicht als eigenständige Eingriffe gezählt wurden reine Verschiebungen im Seitenumbruch oder die daraus resultierende Neunummerierung von Fußnoten.


Ursprüngliche Fassung, Stand 8. September 2026

Der folgende Text ist die erste Fassung dieser Stellungnahme, veröffentlicht am 8. September 2026. Er bleibt unverändert stehen und wird nicht nachträglich angepasst. Maßgeblich ist die aktualisierte Fassung oben, Stand 21. September 2026.

Das Umweltbundesamt hat im August 2026 die Studie „Analyse und Bewertung von Zertifizierungssystemen für Recycling-Kunststoffe“ (UBA-TEXTE 130/2026) veröffentlicht. Darin wird ein System unter der Bezeichnung „flustix RECYCLED DIN-geprüft“ bewertet und anschließend in über 50 Fällen verkürzt als „flustix RECYCLED“ bezeichnet.

Diese Bewertung betrifft jedoch nicht das aktuelle Zertifizierungsprogramm flustix RECYCLED.

UBA überprüft Studie

Nach Kontaktaufnahme hat das Umweltbundesamt flustix mitgeteilt, eine fachliche Überprüfung des Vorgangs eingeleitet zu haben. In diese Klärung werden auch die an der Studie beteiligten Institute einbezogen. Anschließend will das UBA entscheiden, ob und in welcher Form die Veröffentlichung angepasst oder ergänzend eingeordnet werden muss.

flustix begrüßt diesen Schritt und steht für die weitere sachliche Aufarbeitung zur Verfügung.

Was wurde tatsächlich im Rahmen der UBA-Studie untersucht?

Grundlage der Bewertung war laut Studie der Dokumentenstand Oktober 2024. Ausgewertet wurden insbesondere:

  • das von DIN CERTCO herausgegebene Zertifizierungsprogramm „Produkte aus recyceltem Material – flustix V06/24“;
  • die Prüfungs-, Registrierungs- und Zertifizierungsordnung der DIN CERTCO;
  • die Bedingungen der DIN CERTCO für externe Expertinnen und Experten.

Dabei handelte es sich um die Grundlage der damaligen Kooperation und des früheren Kombinationszeichens „flustix RECYCLED DIN-geprüft“.

Das eigenständige, in einem Gremium aus Experten vollständig überarbeitete Zertifizierungsprogramm flustix RECYCLED wurde am 28. November 2025 veröffentlicht. Seitdem wird das frühere Kombinationszeichen mit DIN CERTCO nicht mehr vergeben.

Das heutige Zertifizierungsprogramm flustix RECYCLED war somit bereits vor Abschluss der Studie im Januar 2026 öffentlich verfügbar, wurde aber nicht in die Untersuchung einbezogen.

Zentrale Kritikpunkte der UBA-Studie betreffen einen überholten Programmstand

Mehrere wesentliche Kritikpunkte der UBA-Studie sind im seit Dezember 2025 in der Umsetzung befindlichen Zertifizierungsprogramm flustix RECYCLED bereits berücksichtigt. Hierzu gehören insbesondere:

  • die ausdrückliche Anwendung der DIN EN ISO 22095 für Chain of Custody;
  • konkretisierte Anforderungen an die Rückverfolgbarkeit der Rezyklatherkunft;
  • detaillierte Vorgaben zu Materialinput, Materialoutput, Stoffströmen und Prozessverlusten;
  • Anforderungen an Lagerverwaltung, Chargenzuordnung und physische Bestandskontrollen;
  • nachvollziehbare Massenbilanzierung und Plausibilitätsprüfungen;
  • Berücksichtigung von Füllstoffen, Primärmaterialien und weiteren Produktbestandteilen;
  • getrennte Erfassung und Ausweisung von Post-Consumer-Rezyklat (PCR) und Post-Industrial-Rezyklat (PIR);
  • weiterentwickelte Anforderungen an Auditierung, Dokumentation und Konformitätsbewertung.

Das aktuelle flustix-RECYCLED-Zertifizierungsprogramm arbeitet zudem mit mehreren unabhängigen, für diesen Anwendungsbereich anerkannten internationalen Zertifizierungsstellen. Die in der Studie diskutierte organisatorische Struktur von DIN CERTCO lässt sich daher nicht annähernd auf das aktuelle flustix RECYCLED-System übertragen.

flustix wurde nicht an der Untersuchung beteiligt

flustix wurde weder über die Untersuchung informiert noch um ergänzende Unterlagen gebeten. Auch die vorläufigen Ergebnisse wurden flustix nicht zur Prüfung oder Stellungnahme übermittelt.

Nach den Angaben der Studie wurde ausschließlich DIN CERTCO kontaktiert. Dort sei eine vertiefte Zuarbeit wegen fehlender Kapazitäten nicht möglich gewesen. An anderen Stellen der Studie wird daraus jedoch eine angeblich „fehlende Kooperationsbereitschaft“ abgeleitet.

flustix war jederzeit bereit, an einer sachlichen Prüfung mitzuwirken. Eine entsprechende Anfrage hat flustix nicht erreicht.

Die Studie selbst weist auf die eingeschränkte Aussagekraft hin

Die Gutachter erklären ausdrücklich, dass die Bewertung wegen unzureichender Informationstiefe unter Vorbehalt erfolgt und Fehlinterpretationen nicht ausgeschlossen werden können.

Außerdem wurden keine öffentlich zugänglichen Hinweise auf praktische Unzulänglichkeiten, Fehlzertifizierungen oder Verstöße des untersuchten Systems festgestellt. Das schlechte Ranking beruht daher wesentlich auf der Bewertung der verfügbaren Dokumentation und auf nicht beantworteten Detailfragen, nicht auf festgestellten Mängeln in der praktischen Zertifizierung aus der Vergangenheit im Rahmen des Kombinationszeichens.

Unsere Bitte an das Umweltbundesamt

flustix hat das Umweltbundesamt um eine kurzfristige Klarstellung und Korrektur gebeten. Aus unserer Sicht muss eindeutig erkennbar werden, dass:

  • das Kombinationszeichen „flustix RECYCLED DIN-geprüft“ seit Ende 2025 nicht mehr vergeben wird;
  • das aktuelle Zertifizierungsprogramm flustix RECYCLED nicht Gegenstand der Studie ist;
  • die Bewertung auf dem DIN-CERTCO-Programm V06/24 und dem Dokumentenstand Oktober 2024 beruht;
  • flustix nicht kontaktiert und nicht am Review der Ergebnisse beteiligt wurde;
  • die Ergebnisse nicht mit dem aktuellen Stand der flustix RECYCLED-Zertifizierung in Verbindung gebracht werden können;
  • die Studie keine Aussage über den heutigen Stand der Zertifizierung flustix RECYCLED trifft.

flustix stand und steht dem Umweltbundesamt und den beteiligten Instituten für eine vollständige fachliche Aufarbeitung jederzeit zur Verfügung.

Kurzantworten zur Einordnung

Wurde im Rahmen der Studie das aktuelle Zertifizierungsprogramm flustix RECYCLED vom Umweltbundesamt bewertet?
Nein. Bewertet wurden das frühere DIN-CERTCO-Zertifizierungsprogramm V06/24 und weitere DIN-CERTCO-Unterlagen mit Dokumentenstand Oktober 2024.

Seit wann gilt das aktuelle Programm flustix RECYCLED?
Das eigenständige Zertifizierungsprogramm flustix RECYCLED wurde am 28. November 2025 veröffentlicht.

Berücksichtigt flustix RECYCLED heute die ISO 22095?
Ja. Das aktuelle Programm nimmt ausdrücklich auf DIN EN ISO 22095 und DIN EN 15343 Bezug und enthält entsprechende Anforderungen an Chain of Custody, Rückverfolgbarkeit und Materialbilanzierung.

Wurde flustix vor Veröffentlichung der UBA-Studie angehört?
Nein. flustix wurde weder kontaktiert noch wurden dem Unternehmen die Fragen oder vorläufigen Ergebnisse zur Stellungnahme vorgelegt.

Warum hat flustix sich nicht an der Studie beteiligt?
flustix wurde zu keinem Zeitpunkt im Rahmen der Studie kontaktiert. flustix hat durch Hinweise auf die Studie erst am Tag der Veröffentlichung von dieser erfahren und wurde kalt erwischt.

Hätte flustix eng mit den umsetzenden Instituten der Studie zusammengearbeitet?
Ja. flustix hat seit seiner Gründung im Jahre 2017 stets eng mit dem UBA zusammengearbeitet, auch keine anderweitige institutionelle Anfrage unbeantwortet gelassen und sich stets in Gremien und Konsortien mit seiner fachlichen Kompetenz vollkommen eingebracht. Daran hat und wird sich jetzt, auch nach der Nicht-Berücksichtigung durch das UBA, nichts ändern, denn der kritische Austausch mit NGO, Instituten und Ämtern ist maßgeblich für ein konstruktives Vorankommen wie auch der Weiterentwicklung von vertrauensbildenden und anerkannten Systemen.

Das aktuelle flustix RECYCLED Certification Programme als PDF