Mikroplastik im Babybrei und die Frage, was wirklich im Produkt steckt

Kleinkind im Hochstuhl wird mit dem Löffel gefüttert, davor ein Glas Gemüsebrei und ein Blumenkohl

Greenpeace-Funde in Lebensmitteln, neue Verbraucherzahlen und anspruchsvollere Umweltclaims zeigen: Hersteller brauchen belastbare Erkenntnisse über den tatsächlichen Produktinhalt. Nicht nur bei Lebensmitteln, sondern auch bei festen und löslichen Konsumgüterformulierungen im Verkaufsregal.

Was steckt eigentlich im Babybrei? Eine Untersuchung von Greenpeace sorgte im Mai für Aufsehen: In sechs Quetschbeuteln zweier Babynahrungsprodukte der Marken Gerber (Nestlé) und Happy Baby Organics (Danone) wurden Mikroplastikpartikel gefunden. Das norwegische Institut SINTEF Ocean rechnete seine Befunde auf mehrere Tausend Partikel je Beutel hoch. Bei der Einordnung ist allerdings Präzision gefragt: Untersucht wurden nur zwei Produkte mit jeweils drei Beuteln. Die Werte sind Schätzungen aus Teilproben; die Verpackung als konkrete Eintragsquelle wurde nicht abschließend nachgewiesen.

Auch eine im September veröffentlichte Untersuchung von Consumer Reports lenkt den Blick auf den Lebensmittelinhalt selbst: Bei 15 untersuchten Babynahrungs-Pürees gab es Hinweise auf Mikroplastik. Darunter waren auch Produkte in Glasverpackungen. Rohstoffe, Prozesswasser, Anlagen und Verpackungen kommen als mögliche Eintragspfade infrage. Einfach nur das Verpackungsmaterial zu wechseln, beantwortet deshalb noch nicht die entscheidende Frage: Was befindet sich tatsächlich im fertigen Produkt?

Verbraucher sehen keine Partikel. Sie sehen ein Versprechen.

Die Sorge der Verbraucher ist groß: Laut aktuellem BfR-Verbrauchermonitor haben 84 Prozent der Befragten bereits von möglichen Risiken durch Mikroplastik in Lebensmitteln oder Kosmetika gehört, 51 Prozent sind sehr oder eher beunruhigt und 44 Prozent haben im vergangenen Jahr aktiv versucht, sich vor Mikroplastik zu schützen. Eine gemeinsam von BfR und EFSA durchgeführte internationale Untersuchung bestätigt die hohe Besorgnis und die Bereitschaft vieler Menschen, ihr Verhalten zu ändern.

Das Besondere an Mikroplastik: Verbraucher können die kleinen Partikel im Alltag weder sehen noch riechen, schmecken oder ertasten. Sie müssen sich auf Produktinformationen verlassen können. Dass unabhängige Nachweise auf dem Produkt wie glaubwürdige Siegel dabei auch Kaufentscheidungen beeinflussen, bestätigten die Befragten der EFSA-BfR-Studie ebenfalls. Die Botschaft für Hersteller ist klar: Wer Mikroplastikfreiheit unabhängig nachweisen und verständlich direkt am Produkt kommunizieren kann, schafft Orientierung und ein wichtiges Argument am Point of Sale.

Das gilt nicht nur für Lebensmittel. Auch ein Waschmittel-Tab, Kaugummi, Kosmetik, ein flüssiges oder festes Shampoo oder eine pulverförmige Rezeptur wie Supplements kann mit einer Aussage zur Mikroplastikfreiheit am Point of Sale stehen. Für solche Produkte zählt nicht allein, was laut Zutatenliste absichtlich zugesetzt wurde. Entscheidend ist, ob Mikroplastik drin ist. Und hier stellt sich klar die Frage zur Analytik: Welche Partikel können unter der dafür definierten Prüfbedingung in welchem Produktinhalt festgestellt werden? Ist die gewählte Analytik zu dieser Produktmatrix passend? Bei eigenständigen festen Erzeugnissen wie Textilien oder Schwämmen ist eine andere Analytik erforderlich als für flüssige oder lösliche Matrizes. Je nach Produkt kann eine andere Analyse erforderlich sein, um tatsächlich die Mikroplastikfreiheit festzustellen und belegen zu können.

Vom Laborergebnis zum überprüfbaren Claim

Wie tief eine Untersuchung reicht, hängt unter anderem vom erfassten Größenbereich ab. Die SINTEF-Untersuchung (Greenpeace) wertete Partikel ab 20 Mikrometern aus. Das veröffentlichte flustix-Zertifizierungsprogramm berücksichtigt Partikel bereits ab einem Mikrometer. Das ist eine um den Faktor 20 niedrigere programmatische Größenuntergrenze, keine pauschal zwanzigfach höhere Messgenauigkeit. Verfahren wie Raman-Mikroskopie zur Partikelidentifizierung und TED-GC/MS für polymerspezifische Masseninformationen werden abhängig vom Material und der Fragestellung eingesetzt.

Entscheidend ist der nächste Schritt: Ein Laborbericht allein ist noch kein unabhängig zertifizierter Produktclaim. flustix MIKROPLASTIKFREI verbindet produktbezogene Prüfanforderungen, die Analytik über qualifizierte und nach ISO/IEC 17025 akkreditierte Labore, eine unabhängige Konformitätsbewertung und wiederkehrende Überwachung zu einem international einsetzbaren Zertifizierungssystem. Das Ergebnis ist die unabhängige Zertifizierung, inklusive Siegel, das Hersteller im B2B-Geschäft ebenso nutzen können wie direkt auf den Produkten am Point of Sale.

Damit wird eine Produkteigenschaft, die niemand mit bloßem Auge beurteilen kann, für Einkauf, Handel und Verbraucher nachvollziehbar. Gerade im internationalen Vertrieb ist das entscheidend: An die Stelle unterschiedlicher Selbstaussagen tritt ein definierter Prüf- und Zertifizierungsrahmen. Zertifiziert wird dabei der konkrete Produktinhalt innerhalb des festgelegten und anerkannten Geltungsbereichs und der entsprechenden Nachweisgrenzen.

Die wissenschaftliche Diskussion über mögliche gesundheitliche Folgen von Mikroplastik geht weiter; eine umfassende Risikobewertung durch die EFSA steht noch aus. Umso wichtiger ist es, bereits heute das unabhängig nachzuweisen, was sich am konkreten Produktinhalt wissenschaftlich überprüfen lässt.

Denn ob Babybrei, Kosmetik, Kaugummi oder Reinigungsmittel: Verbraucher können nicht erkennen, ob Mikroplastik enthalten ist. Hersteller können es aber prüfen und unabhängig zertifizieren lassen. Genau dafür steht flustix MIKROPLASTIKFREI: mit wissenschaftlich fundierter Analytik, unabhängiger Zertifizierung und einer glaubwürdigen Kennzeichnung, die aus einem Markenversprechen eine überprüfbare Produkteigenschaft macht.

Zertifizierter Produktinhalt, international nachweisbar: Wie flustix MIKROPLASTIKFREI aufgebaut ist, lesen Sie auf unserer Programmseite.

Mehr zu MIKROPLASTIKFREI

Quellen