Mogelpackung Bio-Plastik: Der Name hält weniger, als er verspricht

Mogelpackung Bio-Plastik: Der Name hält weniger, als er verspricht 1920 768 flustix

Seit es Mülltüten, Verpackungen und Geschirr aus Bioplastik gibt, landen diese oftmals im Biomüll, auf dem Kompost oder im Wald. Das klingt auch logisch, da Bioplastik ja vollständig verrottet. Oder? Theoretisch ja – praktisch aber meist (noch) nicht. Es gibt vier große Probleme, die auch dazu führen, dass es für Biokunststoffe kein anerkanntes Lizenzierungsverfahren gibt.

Materialchaos. Bioplastik ist ein Sammelbegriff für Verpackungen aus verschiedenen Rohstoffen mit unterschiedlichen Recyclingeigenschaften, Logos und Zertifikaten. Verbraucher können kaum nachvollziehen, welche Verpackung wie und wo kompostierbar ist.

Kompostzyklus. Viele Verpackungen brauchen in industriellen Kompostierungsanlagen 90 Tage und hohe Temperaturen, um vollständig zersetzt zu werden. Aber: Die meisten Anlagen arbeiten nur mit einem Sechs-Wochen-Rhythmus und niedrigeren Temperaturen – das Plastik zerfällt dann nur teilweise.

Sortierproblem. Selbst wenn Bio-Verpackungen in der richtigen Anlage (Kompostierung) ankommen, werden sie derzeit genau wie andere Kunststoffe aussortiert und weggeworfen. Der Grund: Das Volumen ist noch zu gering für eine wirtschaftlich sinnvolle Trennung und Verwertung. Laut Bundesumweltministerium werden in Deutschland jährlich rund 2,6 Millionen Tonnen konventionelle Kunststoffverpackungen verbraucht – nur 0,3 bis 0,5 Prozent davon aus oder mit biobasierten Kunststoffen.

Hobbyfalle. Manche Verpackungen sind ausschließlich industriell kompostierbar. Wenn Hobbygärtner solche Materialien auf den eigenen Kompost werfen oder im Hochbeet verbuddeln, zersetzen sie sich nicht.

Fazit: Bioplastik ist nur auf den ersten Blick eine ökologisch sinnvolle Alternative. Weil es größtenteils im Restmüll landet, bremst es die Bemühungen in Richtung einer Kreislaufwirtschaft aus. Für flustix gilt deshalb: Beim derzeitigen Stand der Technik werden Einwegprodukte aus sogenannten Biokunststoffen nicht zertifiziert – und bekommen deshalb auch kein Siegel.