Für Unternehmen

Wir sind schon woanders zertifiziert. Brauchen wir zusätzlich ein Verbrauchersiegel?

Das hängt davon ab, worauf sich die vorhandene Zertifizierung bezieht, und ob Sie gegenüber Verbrauchern etwas behaupten wollen.

Der Unterschied, auf den es ankommt

Ein Lieferketten- oder Massenbilanznachweis belegt den Weg des Materials, nicht die Eigenschaft des einzelnen Produkts im Regal. Systeme wie ISCC PLUS, GRS oder RCS sind dafür gebaut, Ströme und Herkunft über mehrere Stufen nachvollziehbar zu machen. Das ist eine andere Frage als: Enthält genau diese Verpackung den Anteil, der vorne draufsteht?

Eine Aussage auf der Verpackung braucht einen Nachweis, dessen Gegenstand genau diese Aussage ist. Deshalb ersetzt ein Chain-of-Custody-Zertifikat kein Verbrauchersiegel, und umgekehrt ersetzt ein Verbrauchersiegel keine Chain of Custody.

Wann Sie nichts zusätzlich brauchen

Wenn Sie keine Aussage gegenüber Verbrauchern treffen. Wer den Rezyklatanteil nur gegenüber Geschäftskunden dokumentiert oder für eine Quote nachweist, kommt mit dem vorhandenen Nachweis aus. EmpCo greift erst dort, wo etwas gegenüber Verbrauchern behauptet wird, auch durch ein Zeichen, ein Symbol oder eine Gestaltung.

Wann sich der zusätzliche Schritt lohnt

Wenn die Aussage auf die Packung soll, in den Shop oder in die Werbung. Dann zählt, ob das Zeichen die Anforderungen an ein Zertifizierungssystem erfüllt und ob ein Verbraucher es nachprüfen kann.

Der kurze Weg dahin

Wo bereits eine Zertifizierung vorliegt, muss die Kette nicht neu aufgebaut werden. Das flustix Unterlizenzsystem überträgt einen bestehenden Nachweis unter definierten Voraussetzungen auf das konkrete Produkt. Vorhandene Prüfberichte und Analysen werden dabei angerechnet, soweit Prüfumfang, Methode, Akkreditierung und Aktualität passen.

Grundlagen: Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) · DIN EN ISO 22095 (Chain of Custody)

Fachlich verantwortlich: Malte Biss, CEO & Founder of flustix