PPWR: EU-Verpackungsverordnung

Kann ich mich für die PPWR zertifizieren lassen?

Eine PPWR-Zertifizierung als solche gibt es nicht. Die Verordnung sieht eine Konformitätserklärung des Erzeugers auf Basis seiner technischen Dokumentation vor, keine Zertifizierung durch Dritte. Wer eine Verpackung unter eigenem Namen oder eigener Marke in Verkehr bringt, ist dieser Erzeuger, auch wenn er nicht selbst produziert.

Was es stattdessen gibt

Für einzelne Anforderungen der Verordnung gibt es geprüfte Nachweise, und die kommen von akkreditierten Stellen:

  • Rezyklatanteil, getrennt nach PCR und PIR, nach DIN EN 15343 und DIN EN ISO 22095
  • Recyclingfähigkeit mit Leistungsstufen, als Grundlage für die Anforderungen ab 2030
  • PFAS-Freiheit, mit Target-Analytik und Fluor-Summenparameter
  • Kunststoffanteil, wo eine Aussage über weniger Plastik im Raum steht

Solche Nachweise ersetzen die Konformitätserklärung nicht, sie stützen sie: Die technische Dokumentation beruht dann auf geprüften Daten statt auf Selbstauskünften der Lieferkette.

Woran man ein unseriöses Angebot erkennt

Anbieter, die eine „PPWR-Zertifizierung“ verkaufen, bieten in aller Regel Beratung, Software oder eine Dokumentenvorlage, nicht die Prüfung einer Materialeigenschaft. Drei Fragen klären das schnell:

  • Welche Eigenschaft wird gemessen, und in welchem Labor? Ohne Analytik oder Audit gibt es keinen Nachweis, sondern eine Einschätzung.
  • Nach welchem veröffentlichten Programm wird bewertet? Ist es nicht öffentlich einsehbar, kann es niemand nachprüfen.
  • Wer bewertet die Konformität, und ist diese Stelle akkreditiert? Die einschlägige Norm dafür ist ISO/IEC 17065, für die Prüflabore ISO/IEC 17025.

Welche vier Nachweise flustix dafür liefert und wie sie in die technische Dokumentation eingehen, steht auf der PPWR-Seite.

Grundlagen: Verordnung (EU) 2025/40 (PPWR) · ISO/IEC 17065 (Anforderungen an Zertifizierungsstellen) · ISO/IEC 17025 (Anforderungen an Prüflaboratorien)

Fachlich verantwortlich: Malte Biss, CEO & Founder of flustix