100 % recycelt? Und was will EmpCo vom Deckel?

Einen Monat nach dem EmpCo-Start zeigt ein aktueller europäischer Fall, wie genau Unternehmen ihre Kunststoff- und Recyclingclaims inzwischen formulieren sollten. Das aktualisierte flustix-Whitepaper zeigt, worauf es jetzt ankommt.
„Diese Flasche besteht zu 100 Prozent aus recyceltem Kunststoff.“ Klingt eindeutig. Aber gilt das auch für den Verschluss? Für das Etikett? Und was bedeutet eigentlich „Recycle me again“? Wird die Flasche tatsächlich wieder zu einer neuen Flasche?
Genau solche Fragen beschäftigen Europas Verbraucherschützer. Jüngst, am 22. Oktober, veröffentlichte die Europäische Kommission das Ergebnis eines Dialogs mit Coca-Cola, Nestlé und Danone. Die Unternehmen haben sich verpflichtet, ihre Recyclingangaben auf Kunststoffflaschen zu präzisieren. So muss beispielsweise deutlich werden, wenn sich ein angegebener Rezyklatanteil nicht auf Verschluss und Etikett bezieht. Bereits 2023 haben Verbraucherschützer die Unternehmen angegriffen. Auch Formulierungen, die einen geschlossenen Recyclingkreislauf suggerieren, sollen angepasst werden.
Bei Kunststoffclaims kommt es auf jedes Wort an
Seit dem 27. September 2026 gelten in zahlreichen europäischen Ländern strengere Anforderungen an Umweltaussagen und Nachhaltigkeitssiegel. Unspezifische grüne Versprechen geraten unter Druck, und privatwirtschaftliche Nachhaltigkeitssiegel benötigen ein geeignetes Zertifizierungssystem mit unabhängiger Überwachung.
Für die Kunststoff- und Verpackungsindustrie ist dabei eine Unterscheidung besonders wichtig: Rezyklatanteil ist nicht dasselbe wie Recyclingfähigkeit. Ein zertifizierter Flaschenkörper ist nicht automatisch eine zertifizierte Gesamtverpackung. Und „weniger Kunststoff“ benötigt eine nachvollziehbare Bezugsgröße mit unabhängigem Nachweis.
Konkrete, nachgewiesene Umweltaussagen bleiben möglich. Sie müssen aber zum tatsächlichen Prüfgegenstand passen und dürfen keinen weitergehenden Umweltnutzen suggerieren, als sich unabhängig nachweisen lässt.
Neues flustix-Whitepaper: Von der Auflage zur praktischen Umsetzung
Genau diese Fragen greift unser vollständig aktualisiertes EmpCo-Whitepaper „Umweltaussagen klar belegen“ auf.
Die neue Ausgabe erläutert nicht nur die seit September geltenden Anforderungen, sondern unterscheidet systematisch zwischen spezifischen Umweltclaims, allgemeinen Umweltaussagen, Nachhaltigkeitssiegeln und Zukunftsversprechen. Hinzu kommen konkrete Formulierungsbeispiele, die Bewertung bestehender Verpackungsbestände und Hinweise zur unabhängigen Nachweisführung.
Besonders wichtig: Spezifische Umweltaussagen bedürfen eines Nachweises. Wer zudem eine Kommunikation verwendet, die einem Nachhaltigkeitssiegel ähnelt, muss die besonderen Anforderungen an das zugrunde liegende Zertifizierungssystem berücksichtigen.
Vom Claim-Check zum unabhängigen Zertifikat
Für Unternehmen, die ihre bestehende Kommunikation überprüfen möchten, bietet flustix einen kostenlosen EmpCo Claim-Check an.
Bis zu fünf Umweltclaims können eingereicht werden, beispielsweise „Microplastic-Free“, „PFAS-FREE“, „Contains Recycled Plastic“ oder „Recyclable“. flustix prüft die Aussagen in ihrem konkreten Verwendungskontext und zeigt auf, wo Formulierungen präzisiert oder Nachweise ergänzt werden sollten.
Innerhalb von zwei bis drei Werktagen erhalten Unternehmen eine schriftliche Ersteinschätzung. Der Check ist kostenlos und unverbindlich.
Wo ein unabhängiger Produktnachweis erforderlich oder sinnvoll ist, bieten die flustix-Zertifizierungsprogramme LESS PLASTICS, RECYCLED, RECYCLABLE, MIKROPLASTIKFREI und PFAS-FREE eine international einsetzbare Grundlage. Akkreditierte Prüf- und Zertifizierungspartner stellen sicher, dass die jeweils geprüften Eigenschaften nach definierten Kriterien bewertet werden.
Besonders interessant für Marken, Handelsunternehmen und Private-Label-Anbieter: Mit dem flustix Unterlizenzsystem können bereits zertifizierte Produkte auch unter eigener Marke mit einem eigenen Zertifikat, individueller Lizenznummer und unabhängig abgesichertem Siegel vermarktet werden. Bei unverändertem Produkt sind keine erneuten Laborprüfungen erforderlich. Das spart Zeit und Kosten und schützt zugleich vertrauliche Lieferantenbeziehungen.
Mehr über das flustix Unterlizenzsystem erfahren
Denn glaubwürdige Umweltkommunikation beginnt nicht beim grünen Versprechen, sondern beim überprüfbaren Nachweis.
Laden Sie das aktualisierte EmpCo-Whitepaper herunter.
Nutzen Sie den kostenlosen flustix EmpCo Claim-Check.
Quellen
- EU-Kommission, Mitteilung vom 22.10.2026
- EU-Kommission, CPC-Verpflichtungen (englisch)
- flustix, EmpCo Claim-Check