PPWR: EU-Verpackungsverordnung

Wie lasse ich den Rezyklatanteil meiner Verpackung unabhängig nachweisen?

Über ein Audit der Lieferkette, nicht über eine einzelne Laboranalyse. Der Rezyklatanteil lässt sich am fertigen Teil analytisch nicht zuverlässig bestimmen, weil rezykliertes und neues Polymer chemisch gleich sind. Nachgewiesen wird deshalb der Weg des Materials und die Mengenbilanz, und zwar bis zur Abfallquelle zurück.

Was dafür gebraucht wird

  • Angaben zum Erzeugnis: Aufbau, Bestandteile, Gewichte, eingesetzte Materialien einschließlich Füllstoffen und Additiven
  • Herkunftsnachweise des Rezyklats, getrennt nach Post-Consumer und Post-Industrial
  • Wareneingang, Lagerverwaltung und Chargenzuordnung beim Verarbeiter
  • Materialinput, Materialoutput, Stoffströme und Prozessverluste über einen definierten Zeitraum
  • eine nachvollziehbare Massenbilanz mit Plausibilitätsprüfung

Wie der Ablauf aussieht

Auf die Anfrage folgt in der Regel innerhalb von zwei bis drei Werktagen ein Angebot. Danach werden die Unterlagen gesichtet, ein qualifizierter Auditor prüft die Lieferkette, und eine unabhängige Zertifizierungsstelle bewertet die Konformität nach ISO/IEC 17065. Je nach Programm und Produkt dauert das vier bis zwölf Wochen. Das Zertifikat wird anschließend in der öffentlichen Datenbank veröffentlicht.

Woran sich ein brauchbarer Nachweis erkennen lässt

Er nennt den geprüften Prozentwert, den Rezyklattyp und den Geltungsbereich, also welches Erzeugnis genau gemeint ist. Er beruht auf einem veröffentlichten Programm, das auf DIN EN 15343 für die Rückverfolgbarkeit und DIN EN ISO 22095 für die Chain of Custody Bezug nimmt. Und er ist von Dritten nachprüfbar, üblicherweise über eine Lizenznummer.

Ein Wert, der nur aus einem Datenblatt des Lieferanten stammt, erfüllt das nicht. Er ist der Ausgangspunkt der Prüfung, nicht ihr Ergebnis.

Grundlagen: DIN EN 15343 (Rückverfolgbarkeit von Rezyklaten) · DIN EN ISO 22095 (Chain of Custody) · ISO/IEC 17065 (Anforderungen an Zertifizierungsstellen) · flustix RECYCLED Zertifizierungsprogramm, Fassung vom 2. März 2026

Fachlich verantwortlich: Malte Biss, CEO & Founder of flustix